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So flog das Bomber Command bis Ende 1941 Angriffe gegen Deutschland, die der deutschen Rüstungsindustrie zwar keinen ernsthaften Schaden zufügten, aber Hermann Görings Ruf stark beschädigten. So befahl er Oberst Kammhuber ein Verteidigungssystem gegen die nächtlichen Einflüge der Briten zu organisieren. Dieser organisierte daraufhin die Kammhuberlinie mit ihren Himmelbettstationen.
Die Kammhuberlinie zog sich sichelförmig an der deutschen Grenze entlang. Die Linie bestand aus Himmelbettboxen. In einer solchen Box waren am Boden 3 Funkmessgeräte installiert, 1 Freya Frühwarngerät, 1 präziseres Würzburggerät um den einfliegenden Bomber zu erfassen und 1 Würzburggerät um den Nachtjäger vom Boden zum Bomber zu leiten. Eine gut eingespielte Himmelbettorganisation konnte pro Stunde bis zu 6 Bomber bekämpfen.
Bis Ende 1941 waren den deutschen Nachtjägern 250 Luftsiege zuerkannt worden. Des Weiteren musste die RAF Verluste durch Flak und Unfälle hinnehmen.
Der mäßige Erfolg der RAF bis 1942 beruhte vor allem auf Navigationsproblemen. Der einzuschlagende Kurs war den Bomberbesatzungen im Allgemeinen freigestellt. Für die Navigation waren die Besatzungen auf das Koppelverfahren angewiesen. Bis zu einer Entfernung von 320 Kilometern konnten Funkpeilungen benutzt werden, wenn man aber danach auf Koppelnavigation angewiesen war, betrug der durchschnittliche Koppelfehler 12 km seitwärts auf 100 km Flugweg. Die Bomber flogen außerdem nicht im massiven Verband ein, sondern als räumlich und zeitlich verstreute Einzelziele.
Unter diesen Bedingungen gelang es allenfalls, 1/3 der mitgeführten Bombenlast im Umkreis von 9 km um das Ziel abzuladen. Doch mit dem Fortschreiten der Technik und der Kriegserklärung an die USA nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbour am 7. Dezember 1941 sollte sich der Luftkrieg für die deutschen Städte 1942 deutlich verschärfen.
Die RAF unternahm 1942 massive Anstrengungen um die Schlagkraft der Bomber zu erhöhen. Die Funknavigationshilfe „Gee“ wurde eingeführt, mit der die eigene Position in einer Entfernung von 650 Kilometern auf 10 km genau bestimmt werden konnte. Neue Bomber wurden eingeführt wie die viermotorige Avro Lancaster. Diese Maschine konnte bei einer Geschwindigkeit von 335 Km/h in einer Höhe von 6000 m 3,6 t Bomben bis Berlin schleppen. Eine weitere Nemesis der deutschen Luftverteidigung sollte die zweimotorige de Havilland Mosquito werden. Diese schnelle Maschine diente vor allem zur Aufklärung, Zielmarkierung und als Nachtjäger.