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Bismarck entgegnete der zu erwartenden Revanchepolitik Frankreichs mi dem Versuch der Isolierung Frankreichs  sowie Förderung der Republik und der französischen Kolonialpolitik. 1872 schloss Deutschland mit Österreich-Ungarn und Russland den Drei-Kaiser-Bund  zur „Abwehr eventueller Gefahren“.
1875 kommt es wegen französischer Aufrüstung zur europäischen Krise. Russland und Großbritannien unternehmen in Berlin Schritte gegen angebliche deutsche Präventivkriegsabsichten. Dagegen kommt es zu einer Annäherung zu Österreich-Ungarn, das sich deutsche Unterstützung in seiner Balkanpolitik erhofft. Aufstände türkischer Vasallen 1875/76 auf dem Balkan verschärfen sich zum Krieg zwischen der Türkei und Serbien. Russland beginnt zur Befreiung der Balkanchristen den russisch-türkischen Krieg 1877-1878.
 
Der Friede von San-Stefano im März 1878 bringt eine Vergrößerung der Balkanstaaten auf Kosten der europäischen Türkei. England und Österreich protestieren gegen den zunehmenden russischen Einfluss auf dem Balkan  Bismarck vermittelt als „ehrlicher Makler“ im „Berliner Kongress“ im Juni/Juli 1878:
Rumänien, Serbien und Montenegro werden selbstständig, Bulgarien bleibt als selbstständiges Fürstentum der Türkei tributpflichtig, verliert aber Mazedonien an die Türkei und Ostrumelien, das autonom wird. Russland erhält Bessarabien und Teile Armeniens, England erhält Zypern und Österreich erhält das Recht zur Verwaltung Bosniens und Herzegowinas. Trotz dieser Regelung hatte der Kongress nicht die Probleme auf dem Balkan lösen können. Er erbrachte des Weiteren eine deutsch-russische Entfremdung, und verschärfte den Gegensatz zwischen Österreich und Russland auf dem Balkan.
1879 schließen Deutschland und Österreich den Zweibund, nach russischem Einlenken 1881 erfolgt eine Erneuerung des Drei-Kaiser-Bundes, welcher den Bündnispartnern die Neutralität der anderen zusagt für den Fall, das eine weitere Macht einen der Bündnispartner angreift. 1882 tritt Italien dem deutsch-österreichischen Zweibund bei, dadurch entsteht der Dreibund, dem 1883 auch noch Rumänien beitritt. Der Dreibund-Pakt sagte im Falle des Angriffs auf einen der Partner Neutralität der anderen zu, bei einem Angriff durch 2 Mächte aktive Hilfe durch die anderen.
1887 schließt Bismarck mit Russland außerdem noch den „Rückversicherungsvertrag“ , indem beide Staaten Neutralität zusagen für den Fall das Deutschland von Frankreich und Russland von Österreich angegriffen würde.
 
Nach dem Tod Kaiser Wilhelms des I. bestieg im März 1888 Kaiser Friedrich der III. den Thron, starb jedoch bereits im Juni desselben Jahres. Daraufhin bestieg nun Prinz Wilhelm als Kaiser Wilhelm der II. den deutschen Thron. Damit nahm die deutsche Außenpolitik eine entscheidende Wendung.