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V. Die Westfront 1914
 
Im Morgengrauen des 4. August beginnt der deutsche Überfall auf Belgien. Bis zum 7. August gelingt es den deutschen Truppen Lüttich zu besetzen. Am 14.August beginnen 2 französische Armeen mit einer Offensive gegen Lothringen auf die Saar zu. Am 17. August hat der deutsche Schwenkungsflügel seinen Aufmarsch abgeschlossen. Einen Tag später schließt sich die British Expeditionary Force (BEF) mit 4 Infanteriedivisionen (4 I.D.) und 1 Kavalleriedivision (1 K.D.) dem französischen linken Flügel bei Maubeuge an. Am 18. August beginnt die deutsche Großoffensive durch Belgien hindurch.
Am 20. August rücken die deutschen Truppen bereits in Brüssel ein, jedoch gelingt der Masse des belgischen Heeres der Rückzug in die Festung Antwerpen, wo dadurch bis Anfang Oktober mehrere deutsche Divisionen gebunden werden. Im Westen stehen nun 78 deutsche Divisionen gegen 72 französische, 6 belgische und 5 britische Divisionen.
Am 20. August befiehlt General Joffre, der französische Oberbefehlshaber, der 3. und 4. französischen Armee, den deutsche Schwenkungsflügel zwischen Diedenhofen und Dinant zu durchbrechen. Darauf kommt es 5 Tage lang zu heftigen Grenzschlachten zwischen deutschen und französischen Truppen. Beide Seiten erleiden schwere Verluste. Noch kommt der deutsche Schwenkungsflügel gut voran, jedoch mittlerweile haben die Franzosen die Gefahr der Umfassung erkannt und verlängern ihre Front nach Nordwesten. Durch den heftigen französische Widerstand muss der weit auseinander gezogene deutsche Schwenkungsflügel sich zusammen ziehen, und damit die Absicht fallen lassen, Paris westlich zu umfassen. Die 1.-3. deutsche Armee des rechten Flügels überqueren zwischen dem 3. und 4. September die Marne und stoßen östlich an Paris vorbei. Sie unterschätzen hierbei die Gefahr eines Gegenangriffs aus Richtung Paris. Des Weiteren beginnt der deutsche Vormarsch nun zu erlahmen. Die Abgabe von 2 Armeekorps an die Ostfront  aufgrund einer russischen Offensive in Ostpreußen und die immer längeren Versorgungslinien  sowie die Zurücklassung von Belagerungstruppen vor Antwerpen und Maubeuge haben den deutschen rechten Flügel seiner zahlenmäßigen Überlegenheit beraubt. Am 6. September treten starke alliierte Kräfte  frontal und aus dem Raum Paris flankierend zum Gegenangriff an. Bis zum 12. September tobt an der Marne die bisher größte Schlacht der Weltgeschichte.  Durch mangelhafte Koordination zwischen den deutschen Armeen entsteht am 8. September eine 40 km breite Lücke zwischen der 1. und 2. deutschen Armee, welche prompt von alliierter Luftaufklärung entdeckt wird. 18 alliierte Divisionen stoßen in diese Lücke, so dass die Deutschen sich bis zum 13. September  bis hinter die Aisne zurückziehen müssen. Durch dieses „Wunder an der Marne“ ist der Schlieffenplan endgültig gescheitert. Am 13. und 14. September führen die Alliierten einen weiteren Angriff an der Aisne, der jedoch scheitert: die Deutschen haben sich inzwischen eingegraben.
Aufgrund des deutschen Misserfolges wird der bisherige Generalstabschef Helmuth von Moltke am 14. September durch Erich von Falkenhayn ersetzt.
Nun beginnt der „Wettlauf zum Meer“. Beide Seiten versuchen sich nördlich zu umfassen und drängen sich dadurch gegenseitig in Richtung Nordsee. Dieser Wettlauf endet dort auch, da beide Seiten nun keinen Raum zum Manövrieren haben. Deutsche und Alliierte graben sich nun ein, und dies ist der Beginn eines furchtbaren 4-jährigen Stellungskrieges. Die Generäle auf beiden Seiten haben die ungeheure Defensivkraft einer eingegrabenen, mit Maschinengewehren und Schnellfeuergeschützen ausgerüsteten Armee noch nicht begriffen. So versuchen beide Seiten die gegnerische Stellungsfront zu durchbrechen. Vom 20. Oktober bis 3. November greift Falkenhayn in Flandern an, um Calais und Dünkirchen zu nehmen. Die jungen deutschen Reservekorps erleiden hier verheerende Verluste. Am 10. November beginnt Falkenhayn mit einem Angriff auf Ypern, doch nach 8 Tagen muß er auch diesen Angriff nach schwersten Verlusten einstellen.
Eine Krise an der Ostfront zwingt die Deutschen nun mehrere Divisionen dorthin zu verlegen. So gehen die Deutschen im Westen zur Defensive über. General Joffre plant nun die Deutschen den Winter über durch takt. Angriffe zu zermürben, oder „anzuknabbern“, wie er sich ausdrückt.. Zwischen den 17. und 23. Dezember greifen die Alliierten bei Arras und in der Champagne erfolglos an. Ende Dezember kehrt Ruhe an der Westfront ein.